Montessori Lernmittel

 

Lernmittel sollen, ganz unabhängig davon, ob Erwachsene oder Kinder unterrichtet werden, helfen, bestimmte Lerninhalte anschaulich, greifbar und verständlich zu machen. Lernmittel sind Medien, die als Träger für noch unbekanntes Wissen dienen. Als Lernmittel für Erwachsene sind uns zum Beispiel Lernunterlagen bekannt mit anschaulichen Illustrationen, die helfen, Wissen besser zu behalten. Vermittlung von Wissen ist heute eine Wissenschaft für sich – so weiß man heute beispielsweise von unterschiedlichen Lerntypen, man hat genaue Erkenntnisse über Kurz- und Langzeitgedächtnis, Lernhilfen wie mind-maps und Visualisierung von Lerninhalten sind heutzutage ganz geläufig.

 

Maria Montessori hat diese Zusammenhänge im Zuge ihrer Reformpädagogik schon um die Jahrhundertwege genau erforscht und um wichtige Details gewusst und in diesem Zusammenhang Lernmittel entwickelt, die Kindern in unvergleichlicher Weise das Grundwissen vermitteln, das in unserer Welt unentbehrlich ist.

 

Man kann beinahe sagen, dass Montessori Lernmittel wissenschaftliche Meisterstücke der Pädagogik sind! Auf den ersten Blick sehen sie relativ einfach und schlicht aus, sie sind jedoch ausgeklügelt! Genial daran ist, dass eben genau diese Einfachheit Kinder so anspricht.

 

Wissenschaftliche Aspekte von Montessori Lernmitteln

 

Maria Montessori hat beispielsweise die Rolle der Ästhetik entdeckt, die Lernmittel auf Kinder und ihren Lernprozess ausüben: wenn Lernmittel schön anzusehen sind und schön anzufassen, wirkend sie auf Kinder anziehend und so fühlen sie sich fast unwiderstehlich vom Lernen angezogen! Eine weitere Erkenntnis von Maria Montessori ist die sogenannte „Isolierung einer Schwierigkeit“: unsere Welt ist sehr komplex. Ein Kind muss erst lernen, sich darin zurecht zu finden. Besonders in den letzten Jahrzehnten besteht diese Welt aus immer mehr Details. Indem aus dieser Komplexität eine einzige Schwierigkeit herausgenommen und in einem Lernmittel sozusagen „verkörpert“ wird, fühlt sich das Kind angezogen und zum Lernen motiviert: die Hürde ist nicht zu hoch und durch mehrfaches Üben und verschiedene Variationen kann das Kind ein „Meister“ dieses Lernmittels werden – dies stärkt wiederum das Selbstbewusstsein. Dadurch können gerade Montessori Lernmittel auch therapeutisch eingesetzt werden! Die Selbstkontrolle ist ein weiterer Aspekt, den Maria Montessori in beinahe jedes ihrer Lernmittel „eingebaut“ hat: durch eindeutige Ergebnisse beispielsweise oder Ergebnisse auf der Rückseite von Lernkarten lernen Kinder leichter und effektiver: sie sind von den Kontrollen Erwachsener weitgehend unabhängig – dies macht sie selbständiger und stärkt ebenfalls das Selbstbewusstsein. Montessori entdeckte auch, dass Kinder durch sogenanntes handelndes Lernen, welches den Bewegungsdrang direkt anspricht, am Leichtesten und am Liebsten lernen. So ist die Aktivität, die durch die Beschäftigung mit dem Lernmittel ausgelöst wird, ein weiteres wichtiges Kriterium. Last but not least die Ansprache der Sinne: teilweise ist dies gleichbedeutend mit der Ästhetik, je mehr Sinne jedoch angesprochen werden, desto leichter fällt Kindern das Lernen: dies gilt vor allem für den auditiven Sinn, den Tastsinn und den visuellen Sinn.

 

Beispiel für ein Montessori-Lernmittel

 

Greifen wir ein Montessori-Lernmittel aus der Kategorie Sinnesmaterial heraus - Den rosa Turm: ein Montessori-Lernmittel für Kinder ab 3 Jahren. 10 rosafarbene Würfel (an der Unterseite geöffnet) unterschiedlicher Größe soll das Kind so aufeinander setzen, dass eine Pyramide entsteht.

 

Die Ästhetik:

Das Material ist rosa und spricht den visuellen Sinn sofort an! Zudem sind die Würfel aus hochwertigem Holz und haben eine Gleichmäßigkeit.

 

Isolierung einer Schwierigkeit:

Kinder lernen mit diesem Material spielerisch Größenordnungen kennen und bekommen ein erstes Gefühl für die Zahl 10.

 

Selbstkontrolle:

Kinder können sofort erkennen, wenn die Würfel nicht regelmäßig aufeinander gestellt sind .

 

Aktivität:

Das Kind ist ständig in Bewegung, wenn es die – relativ großen - Würfel aufeinander stellt!

 

Einbezug der Sinne:

Der visuelle Sinn wird stark angesprochen durch die Farbigkeit und durch die Regelmäßigkeit der Formen, der Tastsinn durch das angenehme Material. Sogar der Hörsinn, denn beim Aufeinanderstapeln der Würfel ergibt sich ein schönes „Holzgeräusch“, meist hat Holz auch einen angenehmen, natürlichen Geruch.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind viel Erfolg und Freude mit dem Montessori-Lernmaterial!